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Die ersten acht Bildbände sind da
[06/2010]

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Die ganze Welt ist eine Bühne...

»My wooden O« nannte Shakespeare zärtlich sein Globe Theatre
© Große Abb. Visit London, London; kleines Bild: Vista Point Verlag Archiv
© Große Abb. Visit London, London; kleines Bild: Vista Point Verlag Archiv
Gegenüber der St. Paul’s Cathedral erhebt sich unmittelbar am Südufer der Themse das originalgetreu wieder aufgebaute Shakespeare’s Globe Theatre. Mit »Heinrich V.« kam 1599 das erste Stück des Dichters im Globe auf die Bühne, in einem neu errichteten, achteckigen und innen runden Theater mit übereinander gestaffelten, umlaufenden Balkonen. Im Prolog nahm Shakespeare Bezug auf die Bauweise, auf das »wooden O«: »Doch verzeiht, ihr Teuren, dem schwunglos seichten Geiste, der’s gewagt, auf dies unwürdige Gerüst zu bringen, solch großen Vorwurf. Diese Hahnengrube, fasst sie die Ebenen Frankreichs? Stopft man wohl in dies O von Holz die Särge nur, vor denen einst die Luft von Agincourt erbebte.« Und als im Juni 1997 die erste Saison des rekonstruierten Theaters begann, stand natürlich wieder »Heinrich V.« auf dem Spielplan, und die Zuschauer vernahmen die vertrauten Sätze.
Fanfarenstöße kündigen heute wie damals den Beginn eines Stückes an. In Shakespeares Tagen wurde jede Szene, jeder Satz vom Publikum lautstark kommentiert, sprachgewaltige Zuschauer und schlagfertige Schauspieler lieferten sich mitten in der Aufführung Rededuelle. Kräftiges Fußgetrampel, brüllendes Gelächter, aber auch eine entsetzte Stille, wenn das Drama seinem Höhepunkt entgegenstrebte, erfüllten die Ränge. Ganz so schlimm ist es heute nicht mehr, aber noch immer fühlen sich die Zuschauer in das Stück eingebunden, antworten auf Fragen der Akteure und greifen aktiv in die Aufführungen ein.
Das neue Globe geht auf die Initiative des amerikanischen Schauspielers Sam Wanamaker zurück. Als dieser in den 1950er-Jahren nach London kam, war er entsetzt darüber, wie stiefmütterlich die Londoner mit dem Erbe ihres großen Dramatikers umgingen. Unermüdlich und ohne sich von zahlreichen Rückschlägen einschüchtern zu lassen, rührte Wanamaker für den Theaternachbau die Werbetrommel und sammelte Spenden in der ganzen Welt. Leider sah er seinen Lebenstraum nicht in Erfüllung gehen, Sam Wanamaker starb im Dezember 1993.
Von Mai bis September finden jeden Abend Aufführungen unter freiem Himmel statt, und zwar so wie zu Shakespeares Zeiten, ohne elektrisches Licht, ohne jeglichen Komfort auf harten Sitzbänken, auf zugigen Balkonen und einer strohbedeckten Bühne. Wenn nicht gespielt wird, kann man auf einer informationsreichen munteren geführten Tour das Theater besichtigen.
(Text: Hans-Günter Semsek)
Fanfarenstöße kündigen heute wie damals den Beginn eines Stückes an. In Shakespeares Tagen wurde jede Szene, jeder Satz vom Publikum lautstark kommentiert, sprachgewaltige Zuschauer und schlagfertige Schauspieler lieferten sich mitten in der Aufführung Rededuelle. Kräftiges Fußgetrampel, brüllendes Gelächter, aber auch eine entsetzte Stille, wenn das Drama seinem Höhepunkt entgegenstrebte, erfüllten die Ränge. Ganz so schlimm ist es heute nicht mehr, aber noch immer fühlen sich die Zuschauer in das Stück eingebunden, antworten auf Fragen der Akteure und greifen aktiv in die Aufführungen ein.
Das neue Globe geht auf die Initiative des amerikanischen Schauspielers Sam Wanamaker zurück. Als dieser in den 1950er-Jahren nach London kam, war er entsetzt darüber, wie stiefmütterlich die Londoner mit dem Erbe ihres großen Dramatikers umgingen. Unermüdlich und ohne sich von zahlreichen Rückschlägen einschüchtern zu lassen, rührte Wanamaker für den Theaternachbau die Werbetrommel und sammelte Spenden in der ganzen Welt. Leider sah er seinen Lebenstraum nicht in Erfüllung gehen, Sam Wanamaker starb im Dezember 1993.
Von Mai bis September finden jeden Abend Aufführungen unter freiem Himmel statt, und zwar so wie zu Shakespeares Zeiten, ohne elektrisches Licht, ohne jeglichen Komfort auf harten Sitzbänken, auf zugigen Balkonen und einer strohbedeckten Bühne. Wenn nicht gespielt wird, kann man auf einer informationsreichen munteren geführten Tour das Theater besichtigen.
(Text: Hans-Günter Semsek)
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